Zürich Meeting
Nov 30th, 2007 by admin
Allein schon der kunsthistorische Hintergrund der Location “Cabaret Voltaire” ist Kult schlechthin. Wenn dann noch ein Künstler wie Marilyn Manson dort eine Ausstellung eröffnet, kann man in Zürich ein sehr interessantes Publikum erwarten. Interessanterweise sah man es den interessierten (oftmals auch kaufwilligen) Besuchern aber nicht an, über welches Potential sie verfügen. So bleibt eigentlich alles in einem gesellschaftlich angenehmen, umgönglichen Rahmen. Im Keller des Cabaret Voltaire (in dem sich 1916 die Züricher Dada Bewegung entwickelte) ist eine Art Krypta eingerichtet - ein besonderer Raum, der zur ehrfurchtsvollen Stille aufruft. Im ErdgeschoÃ? werden allerlei Dadadinge angeboten - aber oben, da wird es interessant. An den Wänden jede Menge Artefakte, die auf die Historie hinweisen. Eine Bar - Mansinthe flieÃ?t in Strömen und findet viele neue Liebhaber. Weiter hinten dann die Galerie mit Mansons Werken. Ganz nebenbei fallen einige groÃ?formatige Bilder von H.R. Giger ins Auge - aber die gehören ja zum Inventar! Zu fortgeschrittener Zeit machte sich plötzliche eine hektische Betriebsamkeit breit - der kränkelnde Künstler, nebst äuÃ?erst attraktiver Lebensgefährtin schreiten am künstlichen Kamin, den das Fell einer Katze schmückt vorbei. TV Kameras versuchen ein paar Statements einzufangen, aber ein von körperlichen Leiden geprägter Manson will schnell wieder zurück - vielleicht mit der jungen Hollywoodschönheit ein paar nette Stunden in der Nobelsuite verbringen, wer kann das schon wissen. Eine Unterhaltung mit Mansons Manager, der mich eine halbe Stunde nach Mansons Abgang entdeckte ergab jedenfalls, daÃ? man wohl vergeblich ins St. Germain gehen würde um dort den amerikanischen Rapper 50 Cent und Marilyn Manson um die Wette trinken sehen werden kann.
Nach einem Mitternachtsmal mit einem gar grauenvollen Rotwein geht es zurück in DAS Züricher Dada Hotel - ich bin begeistert!
Tags drauf verlebte ich mit den Matters ganz gemütlich in Zürich. Sicherlich gab es einiges zu besprechen, aber das lief alles ganz entspannt nebenher mit - ebenso ein eher geschäftliches Meeting. Gegen Abend ging es dann ins Hallenstadion. Die VIP Pässe wurden wie immer bei punktgenau hinterlegt, so daÃ? wir sehr schnell in der Halle waren. Die vielen Leute hielten und nicht davon ab noch etwas zu trinken - ein alkoholfreies Bier! Im Gegensatz zu Deutschland, darf in der Schweiz noch geraucht werden - und wie die Halle eingeräuchert war. Das fällt einem wohl erst dann auf, wenn man sich davon überzeugen konnte, daÃ? solche Veranstaltungen ohne Rauch angenehmer zu ertragen sind. Kurz vor dem Konzert viel mir auf der Bühne noch ein alter Bekannter auf: H.R. Giger. Wie Manson mir später erzählte habe er ihn aber leider nicht sprechen können, sondern nur eben auf der Bühne “abgeklatscht”. Wertschätzungsbezeugungen unter Künstlern!
Das Konzert ist so wie man es von Manson erwartet - laut, heftig und eine beeindruckende Show. Ich hatte ihn ja jetzt schon ein paar Mal live gesehen, mu� aber gestehen, da� mir diese Massenveranstaltungen nicht so liegen. Nach der Show wurden wir dann in die Garderobe eingeladen, um dort mit Manson, zu plauschen. Immer wieder nett, denn eigentlich ist er gar nicht so der Wüstling, für den man ihn halten könnte, wenn man ihn so sieht. Er ist eher sehr humorvoll, witzig. Details wie dies und jenes werde ich aber wohl eher für mich behalten. Mansons Manager war so freundlich, ein paar Bilder von uns zu machen, die man später mal anschauen wird und dabei denken wird - Mensch!