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Jul 3rd, 2007 by admin
Berner Zeitung 03.07.2007
KALLNACH
Eine Schnapsidee aus dem Seeland
US-Rocker Marilyn Manson trinkt vor dem Einschlafen Absinthe â?? am liebsten denjenigen aus der Brennerei Matter-Luginbühl in Kallnach. Dank dem Schockrocker soll der Seeländer Wermutschnaps nun massentauglich werden. Er träume äusserst lebhaft, hat Marilyn Manson vor kurzem in einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» verraten: «Vielleicht liegt es daran, dass ich vor dem Einschlafen Absinth trinke.» Schockrocker Manson gilt als glühender Verehrer der grünen Fee, und seit letzter Woche hat er sogar seinen eigenen Absinthe auf dem Markt. Gebrannt und abgefüllt wird der Hochprozenter in der Brennerei Matter-Luginbühl in Kallnach, im Berner Seeland.
Der deutsche Absinthehändler Markus Lion, der mit Manson befreundet ist, war nach einem Konzert in Basel auf die Idee gekommen, zusammen mit dem Rocker und der Brennerei in Kallnach ein eigenes Wermutdestillat unter dem Namen Mansinthe herauszubringen. Mansons Anruf «Wir waren sofort begeistert von der Idee», erzählen Nicole und Oliver Matter. Sie belieferten Manson mit fünf Mustern aus ihrer Kollektion. Nachdem sich der US-Star für einen Protoyp entschieden hatte, habe man diesen nach seinen Vorstellungen weiter verfeinert. «Und dann», erzählt Oliver Matter, «musste auf einmal alles ganz schnell gehen.» Während zwei Jahren sei man mit dem Künstler in Kontakt gewesen. Vor zwei Wochen habe Manson unvermittelt angefragt, ob es möglich sei, seinen Mansinthe sofort zu brennen und abzufüllen. Grund für die plötzliche Hektik war eine Ausstellung von Mansons Aquarellbildern in Köln, vergangene Woche. Absinthehändler Markus Lion: «Er rief mich an und sagte: â?¹Ich möchte meinen Absinthe während der Vernissage verkaufen â?? geht das?â?ºÂ» «Es war ein Schnellschuss» Es ging. Nach mehreren Nachtschichten waren 40 Liter gebrannt und abgefüllt. «Es war ein Schnellschuss», gibt Nicole Matter zu. Am Inhalt soll sich zwar nichts mehr ändern, doch mit der Etikette sei der Meister nicht ganz zufrieden gewesen. Im September, so hoffen Matters, soll das Produkt vertriebsbereit sein. 40 bis 50 Franken soll die Flasche Mansinth e kosten. Matters hoffen, dass der Absinthe dank Manson massentauglich wird. Obwohl die grüne Fee seit 2005 auch in der Schweiz wieder legal erhältlich ist, handle es sich «immer noch um ein Nischenprodukt». Rund 4000 Flaschen haben Matters im ersten Halbjahr 2007 verkauft â?? mehr als im gesamten 2006.
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Die Presse